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Gandhara Ausstellung in Bonn und Berlin

by Georgios Toubekis last modified Mar 09, 2011 11:27 AM

Gandhara. Das buddhistische Erbe Pakistans. Legenden, Klöster und Paradiese - Ausstellung - Martin Gropius Bau, Berlin (9. April bis 10. August 2009) . Die Ausstellung war vom 21. November 2008 bis 15. März 2009 in der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn zu sehen.

Link zur Archiv-Seite der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

Die buddhistische Kunst Gandharas erscheint dem westlichen Blick seltsam vertraut, ihr westliches Erbe offenkundig. Gandhara bezeichnet eine historische Region im heutigen Pakistan und Afghanistan, die in ihrer Blütezeit von Baktrien über den Hindukusch bis in das zentrale Nordindien verlief. Sie wurde einer größeren Öffentlichkeit bekannt, als die in Fels gehauenen größten Buddhastatuen der Welt in Bamiyan von den Taliban im März 2001 gesprengt wurden.

Die Kunst Gandharas ist vorwiegend dem Buddhismus gewidmet. Der Buddha selbst wurde ab dem 1. Jahrhundert nach Christi erstmals bildhaft dargestellt. Zuvor gab es keine derartigen Darstellungen des „Erleuchteten“, man verehrte ihn in Symbolen.

Die Ausstellung wurde von der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn erarbeitet und lässt das außergewöhnliche kulturelle Erbe dieser Region, einem Schmelztiegel der Kulturen, vor unseren Augen aufleben. Die Verbindung zahlreicher Kulturen erfolgte durch den Handel zwischen dem Römischen Reich sowie Ost- und Südasien entlang der Seidenstraße. Auf diesem Weg verbreitete sich auch der aus Indien kommende Buddhismus. Zudem begründeten die großräumigen Eroberungen Alexanders des Großen den Einfluss der griechischen Kultur. So finden sich in der Gandhara-Kunst zahlreiche griechische und römische Einflüsse.

Rund 300 einzigartige Objekte, darunter handwerklich meisterlich gefertigte Steinskulpturen, filigran ausgearbeitete Reliefs, kostbare Münzen und prachtvoller Goldschmuck entführen in die Blütezeit der Kunst Gandharas vom 1. bis 5. Jahrhundert nach Christi. Der Großteil dieser Objekte kommt aus den Museen in Pakistan, mit deren großzügiger Unterstützung die Realisierung dieses Projektes möglich wurde.

Die Ausstellungsarchitektur ist einem für Gandhara typischen buddhistischen Klosterhof nachempfunden. Den zentralen Mittelpunkt bildet ein Stupa: ein Monument auf dem die spirituelle Entwicklung eines Buddha in 36 Reliefs dargestellt ist. Die weiteren Ausstellungsräume geben Einblick in die kulturellen Hintergründe und die Architektur von Gandhara.

Ein besonderes Ereignis wird dem Besucher mit der Möglichkeit geboten, die zerstörten Buddhastatuen aus Bamiyan virtuell zu erkunden. Gemeinsam mit den Fachbereichen Informatik/Telekommunikation und Architektur der RWTH Aachen werden ganz neue Wege der Ausstellungspräsentation beschritten. Die zerstörten Buddhastatuen aus Bamiyan leben mittels modernster 3D-Rekonstruktion wieder auf. Seit mehreren Jahren bemühen sich internationale Experten um die dauerhafte Sicherung der verbliebenen Originalfragmente. Jetzt ist es gelungen, durch modernste Dokumentationstechniken die Geometrie des Denkmals mit einer speziellen Lasertechnologie zu erfassen. Die Messdaten werden in der Ausstellung in einer Stereoprojektion dreidimensional dargestellt und so für den Besucher mit Hilfe von speziellen Brillen in einzigartiger Weise sichtbar gemacht.

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